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2015 03 – Verhaltenssucht

Bei Thieme ist ein Buch erschienen mit dem Titel „Verhaltenssucht“. Verhalten kann also süchtig machen? Ein neues Aufgabengebiet der Verhaltenstherapie jenseits der „Verhaltensstörungen“. Konsequent gedacht: Es gibt keine Motive, keine Ursachen und schon erst recht keine unbewussten Begründungen. Einfach nur Verhalten. Zum Glück haben die Betroffenen, dem Buchtitel folgend, damit ursächlich nichts persönlich zu tun. Sie wurden wohl einfach von der Verhaltenssucht ergriffen.

 

 

2015 03 25 - 13 Archetypen von Frauen

In Köln gab es in dieser Zeit einen Vortrag über 13 Archetypen von Frauen, verstanden als im Unterbewusstsein verankerte Urbilder. Das Konzept der Archetypen stammt bekanntlich von C. G. Jung, der hierin phylogenetisch vererbte psychische Inhalte sah.

Nun hat sich die Existenz von Archetypen in diesem Sinne nicht belegen lassen (siehe z. B. Roesler und Sotirova-Kohli 2014). Man muss diesen Vortrag wohl als Beispiel dafür nehmen, wie sich kulturell traditierte Erklärungsschemata erhalten oder gar verselbstständigen. So werden uns die Archetypen wahrscheinlich für die nächsten Jahrzehnte als volkstümliches Wissen begleiten.

Nun wird es aber in der Tat kulturell vermittelte Identitätsschemata geben, welche man aber nicht als phylogenetisch vererbt deuten darf. Und darin liegt die Gefährlichkeit solcher Vorstellungen. Sie verweisen mit Rückgriff auf die Phylogenese (also etwas, was heute unter Genetik firmiert) auf die Unabänderlichkeit - obgleich, wenn man sich die Gentechnologie anschaut, es mit der Unabänderlichkeit zu Ende geht. Das Denken wird eingeengt auf ein Arrangieren mit dem (phantasierten) Archetypus. Von hier aus ist der Weg zu Rassenideologien und der Festschreibung von Herrschaftverhältnissen nicht weit.

Literatur: Roesler, Christian; Sotirova-Kohli, Milena (2014): Das psychische Erbe der Menschheit. In: Forum der Psychoanalyse 30 (2), S. 133–155.