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Auf
dieser Seite finden Sie Empfehlungen zu Büchern, Theater,
Film usw. Schwerpunkt sind Medien, die Themen
der Psychoanalyse behandeln (Also "Ich, meine Gefühle und die Welt".).
Die Auswahl folgt keinem System, sondern folgt den Spuren, welche
die Tage hinterlassen.
Buch: Müller, Lothar (Hrsg.) (2006): Das
Karl-Philipp-Moritz-ABC: Anregungen zur Sprach-, Denk- und Menschenkunde.
(Eichborn) Frankfurt am Main.
Moritz zählt zu den romantischen Philosophen, aber
auch zu den Begründern der romantischen Psychiatrie. Sein Entwicklungsroman
"Anton Reiser" zählt zu den "grandiosesten Selbstbiographien" -
wenn man Arno Schmidt folgen mag.
Müller (welcher diesen Roman 1987 nochmals herausgebracht
hat), bringt nun eine kommentierte Essenz: spannende Gedanken über
das Mensch sein, originelle Betrachtungen über das Leben und ungewöhnliche
Betrachtungen. Ein zentrales Thema von Moritz ist der Zusammenhang
von Gefühl und Krankheit.
Buch: Peter Winterhoff-Spurk: Kalte Herzen. Wie das Fernsehen
unseren Charakter formt. Klett-Cotta, Stuttgart 2005.
Das schreibt der Verlag: "Das tägliche Fernsehprogramm mit seinen
Talkshows, Nachrichten, Seifenopern verrät es: Uberall nimmt ein
neuer Leittypus Gestalt an. Seine Gefühlswelt ist gekennzeichnet
durch andauerndes Verlangen nach Aufregung, Oberflächlichkeit und
theatralischer Inszenierung, in der Gefühle lediglich dargestellt,
aber nicht wirklich empfunden werden. In einer subtilen Betrachtung
werden die Hintergründe ausgeleuchtet, vor denen das Fernsehen
dieses neue Norma- litätsmodell in Szene setzt. Und es werden die
fatalen Folgen aufgezeigt, den dieser medial modulierte Sozialtypus
für die Politik, das Berufsleben, ja bis in die intimen Verästelungen
der Famlie hat."
Zugegeben: Wir haben das Buch noch nicht gelesen. Aber das Thema
ist wichtig. Schade nur, daß er Autor sich nur das Fernsehen
beschränkt.
Charkater und Identitätsbildung wird durch viele mediale Mächte
bestimmt: Druck-Medien, Musik-Industrie, Computerspiele, Handy
(Natel) und Internet, Film- und Videoindustrie.
Seit Adorno, Mitscherlich, Marcuse, Horkheimer und Bloch ist nicht
mehr viel wesentliches geschrieben worden - hoffen wir, dass dieses
Buch das vom Verlag versprochene Niveau halten kann. Aber die Neubearbeitung
dieses Themas ist fällig, denn seit den Frankfurtern hat es
eine rasante Entwicklung von Medientechnik und globaler industriell
organisierter Kulturproduktion (bitte nicht an Fließband
denken ...) gegeben.
Für Psychoanalytiker hat das Thema noch eine spezielle Wichtigkeit.
Besonders die Objektbeziehungstheorie betont die Bedeutung der
Objekte, die zu Introjekten werden und die Basis für den Charakter
bilden. Nun produzieren die Medien immer mehr virtuelle Objekte
(Pseudo-Objekte), welche in der Aktualität rasch wechseln und inhomogen
bis widersprüchlich
sind. Es ist nun zu klären, welche Bedeutung die Introjektion
oder auch die Idenditfikation mit diesen virtuellen Objekten hat.
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