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"Einstiegsdroge für Gewaltaten? Jedes elfte Kind ist computersüchtig."

So titelt die Medical Tribune am 8.6.2007.

Die "Erfolge" der amerikanischen Politik  und Wirtschaft

Seit rund zwei Jahrzehnten ist  das Buch von Napoleon Hill ein Bestseller in den USA: "Think and Grow Rich ". Zitat daraus: "Macht ist die notwendige Bedingung jeden, den Erfolgs, und Macht erlangt nur der derjenige, der andere für sich und seine Ziele zu begeistern vermag. "  Also: Macht durch Manipulation. Bestseller heißt eben, dass sehr viele Menschen das Buch lesen. Und der Zusammenhang zwischen identifikatiorischem Lesen und Charakterbildung, besonders zu den Bereichen Narzissmus, Über-ich, Ich-Ideal und Ideal-ich, ist psychoanalytisch klar. Somit braucht man sich nicht zu wundern.  "Die Brut ist trächtig noch, aus der das kroch." (Brecht)

 

2006 05 16 - "Sex als Therapie - Zuwenig Sex führt zu Stress und senkt die Produktivität"

So der Titel eines Interviews des Kölner Stadtanzeigers mit Ragnar Beer. Dieser ist als Diplompsychologe beim Projekt Teratalk   der Universität Göttingen. Dieses "Talk" soll Hilfe sein bei entsprechenden Problemen.

Dieses Interview offenbart, wie grundlegende Probleme des menschlichens Zusammenlebens trotz Freud bis heute mißverstanden werden. Die grundlegede Idee des Psychologen: Wenn das Liebesleben schlecht laufe, flüchteten die Menschen in den Stress.  Die Produktivität werde gesenkt.

Zunächst einmal ist völlig unklar, was "Stress" denn eigentlich ist. Inzwischen ist es zu einem Allerweltswort für irgendeine Art des subjektiven Überlastungsgefühls geworden. Diese simple Gleichsetzung ist falsch. Dann wäre anzumerken, dass die Leute noch ganz woanders hinflüchten. Z. B. auch in die Neurose. Das wissen wir Freud sei Dank seit über 100 Jahren. Der Psychologe weiß es aber nicht.  Er weiß wohl auch nicht, das frustrane Sexualität in einer Beziehung nur ganzheitlich betrachtet werden kann, denn es gibt komplexere Zusammenhänge und Begründungen. Das weiß jeder, der die psychoanalytische Literatur zu Paarbeziehungen gelesen hat. Der Psychologe hat sie wohl nicht gelesen. Die Interviewerin wohl auch nicht. Aber das kann man bei den geringen Zeitenhonoraren wohl auch nicht verlangen. Man kann noch Weiteres einwenden, aber man kann dem Psychologen zumindest danken, dass er die grundsätzlich Bedeutung sexueller Blockaden wieder ins öffentliche Gespräch gebracht hat.

 

2006 04 26

Spanien: Krieg gegen Bulimie und Magersucht

In Spanien wird die Modeindustrie nun gezwungen werden, "ein physisch gesundes Image" zu vermitteln. Unter anderem ist es verboten, Konfektionsgrößen unter 38 in den Schaufenstern zu zeigen.

Das fügt sich in die Reihe der Verbote, wie sie in den letzten Jahren rapide zunehmen. Die Staaten versuchen, Probleme ihrer Bürger mit immer mehr und immer härteren Gesetzen zu lösen.

Bulimie und Magersucht sind ein schweres Problem von Selbstwert und Abhängigkeit und über solche Verbote nicht zu lösen. Imagewandel - wenn es denn mit Verboten funktioniert - verschiebt die Eßstörung dann in Richtung Freßsucht als Problemabwehr. Wenn es dazu kommt, kann man ja Konfektionsgrößen über 42 in den Schaufenstern auch verbieten. Oder man verbietet die Schaufenster überhaupt ....

 

2006 02 02

Aus einer Mail des Papst Verlages:

"Drogenabhängige werden häufig fehlerhaft behandelt, wenn Zweiterkrankungen unberücksichtigt bleiben - z.B. schwere Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, Psychosen. Dr. Heinfried Duncker, Leitender Arzt der Annenhofklinik (Steinheim/Westf.) und Professor der Universität Kassel, sieht in einer "therapeutischen Engführung" häufige Gründe für ein Scheitern der Behandlung."

So ist es. Die Psychiatrie scheint Fortschritte zu machen.  Sie nähert sich schon mal dem Erkenntnisstand der Psychoanalyse der 50iger Jahre.  Da fehlen dann nur noch 50 Jahre. Allerdings sind die Zweiterkrankungen die Ersterkrankungen. Drogenabhängigkeit hat praktisch immer mit Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Psychosen und sonstigen, psychoanalytisch beschriebenen Störungen zu tun. Insbesondere spielen hier die Traumatisierungen eine Rolle. Die simple Vorstellung, die Droge sei das Übel,  ist eine Projektion oder gar Abspaltung von Konflikthaftigkeit. Im Mittelalter war's der Teufel, heute ist es die Droge. Da muss die Gesellschaft nicht hingucken und bekommt keine Schuldgefühle darüber, unter welchen erbärmlichen sozialen und emotionalen Bedingungen viele Kinder groß werden. Die Droge, sofern sie körperlich abhängig macht, ist ein sekundäres - wenn auch schwerwiegendes Problem.

Literaturempfehlung: Cara Mann: Entzauberung. Lehmanns-Media 2006

Hier geht es kritisch um die Konfrontation einer idealistischen jungen Ärztin mit dem Alltag einer Universitätsklinik. Der roman macht deutlich, wie das Ideal des Heilens durch die Ökonomie zerstört wird. Es macht deutlich, dass nicht mehr ärztliches Fachwissen den Rahmen für die Behandlung gibt, sondern die Gewinn- und Verlustrechnungen von Politikern und Ökonomen und wie die Ärzte gezwungen und manipuliert werden, sich diese zynische Haltung anzueignen.

 

Chinesische Weisheit - leicht abgewandelt

Der Mensch hat drei Wege, klug zu handeln. Erstens durch Nachdenken: Das ist der edelste (= Psychoanalyse). Zweitens durch Nachahmen: Das ist der leichteste (=Verhaltenstherapie). Drittens durch Erfahrung: Das ist der bitterste (= Das Leben).

Nach Konfuzius

Kommentar: Nur will das Nachahmen auf Dauer nicht so einfach funktionieren. Dann muß man aufpassen, wenn man zum Nachahmen nimmt. Und dann noch: Beim Nachahmen hängt man immer von jemandem ab, den man nachahmen kann. So kann man nie zu einer integrierten Identität kommen.

                                                                                                                                        (Dezember 2005)

Literaturempfehlung zur Aufklärung:

Noam Chomsky: Lügen unserer Zeit. Hamburg (Europaverlag) 2005

Autofahren und Handy

Das British Medical Journal berichtet im Juli über eine Studie von Susanne McEvoy von der Universität Sydney. Danach ist telefonieren - auch mit Freisprecheinrichtung - mit einem vierfach höheren Unfallrisiko verbunden. Das wichtige: Auch mit (!!) Freisprecheinrichtung.

Überraschend ist das nicht, den psychoanalytisch gesprochen geht es um den Abzug von Besetzungen, also die Abwendung von der Verkehrslage zu Inhalt des Telefonates. Nun fehlt in der Studie etwas wichtiges: Der Grad der emotionalen Verwicklung. Kurzum: Psychoanlytisch gesehen dürfte die Unfallwahrscheinlichkeit steigen mit der bewußten und besonders der unbewußten Bedeutung des Telefonates und der Beziehung  zum entfernten "Gegenüber". So kann man Unfälle - abgesehen von banalen allgemeinpsychologischen Erklärungen - als Fehleistungen sehen, welche Folge unbewußte Aggressionen und Autoaggressionen sind. 

Typisch für solche Studien ist, daß die unbewußte Dynamik nicht berücksichtigt wird und damit der Erkenntnisgewinn eingeschränkt bleibt.

(Juli 2005)

Soldatenverführung

Während die Bundeswehr über Nachwuchssorgen klagt, ist die US Army geschickter. Auf www.armygame.com kann sich jeder ein Computerspiel herunterladen, das der narzißtischen Bedürftigkeit in der Adoleszens die identifikatorischen Vorlagen liefert. So kann man das Kriegsspielen (natürlich nur zur Friedenssicherung - denken wir uns mal, auf der Seite steht davon allerdings nichts!) genußvoll üben und Punkte sammeln, die einen zum Helden machen.

Offiziell hat man nicht den Eindruck, daß die US Army viel von der Psychoanalyse hält. Hintenherum scheinen sie aber eifrig zu lesen und die Ergebnisse der Psychoanalyse (Narzißmustheorie, Identifikation, Regulation der Aggression durch Projektion usw.) für sich nutzbar zu machen.

(Mai 2005)