Fußball und Aktiengewinne - 2006 09
Das Imperium Romanum konnte sich über Jahrhunderte
halten. Hierbei half Cäsars Parole: "Brot und Spiele für das Volk."
Da die UN-Kommission für Menschenrechte solche Metzeleien
bedenklich findet, müssen andere Spiele her: Fußball. Statt Hauen
und Stechen nun Schlagen, Treten und Spucken.
So ist das Volk gut abgelenkt von den wirklichen
Problemen - die Umlenkung von Unzufriedenheit auf Fußballprobleme
("Wullacker verletzt - Aus für die Bayern?) ist sehr wirkungsvoll.
Und die Konzerne haben den Fußball entdeckt: Sponsoring
(engl. Begriff für das Kaufen z. B. von Sportvereinen) steigert
den Umsatz.
Hierzu ein empfehlenswertes Buch:
Brandes, Holger (2006): Hauptsache Fußball:
sozialwissenschaftliche Einwürfe. (Psychosozial-Verl.) Gießen.
Besprechung in der Sächsischen Zeitung:
"Es sind höchst lesenswerte Kapitel über
die symbolische Bedeutung des
Balles oder die Abscheu des Intellektuellen gegenüber animalischer
Fußarbeit. Die Autoren ... haben das Ganze im Blick: Der
globalisierte Kapitalismus,
stellen sie fest, verschafft sich soziale „Erdung“ und
damit Akzeptanz
bei den Massen durch Unterstützung des Profifußballs."
Die
Stars und die Medien
Warum sind Stars Stars und Medien Medien?
Die Struktur der erfolgreichen Holy Wood Filme
Hier einmal zum Nachmachen:
Man nehme:
1 Held
1 Schöne Frau
Bösewichter mit einem Oberschurken
1 Objekt der Begierde oder 1x Welt retten vor
dem Bösen.
Das Ganze rührt man im Wortmixer zu einem Drehbuch. Dieses
wird in der Filmkiste bei 230 Grad gegart. Heiß servieren.
Ansosnten kann man unschwer die Ingredienzen
für das ödipale Drama
des männlichen Ödipuskomlexes erkennen. Der
Held als Idenfikationsfigur, bei der schönen Frau kann der Leser
jetzt raten. Die Bösewichter mit Oberschurke sind die Brüder und
der Vater. Das Objekt der Begierde ist die Macht (Stärke,
Reichtum, Wissen etc.) des Vaters.
Somit ist einfach zu erkennen, dass diese Holy
Wood Filme Identifikationsvorlagen für präpubertäre Männer sind. Aber
warum gehen Frauen mit in diese Filme? Sicher als Begleitung,
die sich auch Besseres vorstellen kann.
Aber dieses Schema funktioniert
auch für den Ödipuskomplex von Frauen. Die schöne
Frau ist die Identifikationsvorlage, der Held steht für den begehrten
Vater. Bei
den Bösewichtern muss man ein paar böse Frauen mit auftreten lassen
und schon sind die Formatvorlagen für die bösen Schwestern und
die böse Mutter perfekt. Das Objekt der Begierde ist
nun die Macht der Mutter.
Die Erfüllung der ödipalen Phantasie wird dann im "Happy End" dargestellt.
"Mein allerschönstes Geschenk ... - zehn Kölner erzählen"
Dies titelte der Köner Stadtanzeiger in der Magazin-beilage am
28.11.2006. Bebildert mit hübschen Kölner (-innen) liest
man einige kurze Geschichten von der großen Geschenkefreude.
Dies ist ein wunderbares Beispiel vom Zusammenwirken
von Medien und Handel und der Bestimmung von Kultur. Der Handel will
Umsatz. Daher braucht er die Geschenketage, um an das Geld der
Menschen zu kommen. die Medien wiederum brauchen den Handel,
weil sie die werbegelder brauchen. Also produzieren die medien
verkaufsfördernde Geschichten, um die Leute in Kaufstimmung
zu bringen.
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