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Pfaller, Robert (2000): Interpassivität. (Springer)
Wien [u.a.].
Der Verlag:
"Gibt es möglicherweise Leute,
die vor ihrem eigenen Genuß zu flüchten versuchen, und
zwar, indem sie diesen an andere Personen oder Geräte abschieben?
Kommt es nicht vor, daß solche Leute das Besichtigen von
Sehenswürdigkeiten ihren Kameras übertragen, das Lesen
interessanter Bücher Fotokopierapparaten oder Bekannten, die
Geburtstag haben?
Diese Frage bildet ein aktuelles Thema der Psychologie, einen
Schlüssel zum Verständnis neuer künstlerischer Strategien,
eine ernstzunehmende Herausforderung an Philosophie und Psychoanalyse
sowie ein amüsantes Rätsel für die alltägliche
Selbstverständigung: Warum wollen diese Leute ihren Genuß nicht
haben? Und warum sind sie, wenn sie ihn schon nicht haben wollen,
so bedacht darauf, daß andere diesen Genuß an ihrer
Stelle übernehmen? "
Pfaller, Robert (2000): Interpassivität. (Springer) Wien
[u.a.].
"Warum müssen wir lachen, wenn im Theater ein Schauspieler
niesen muss, während er einen Toter spielt? Gewiss eine Illusion
ist zerstört worden, doch wessen Illusion ist es eigentlich
gewesen? Haben wir etwa geglaubt, der Schauspieler sei tatsächlich
tot? Hat das irgend jemand im Saal gemeint? Die Illusion, die zerstört
wurde, gehört dem anderen, niemals mir selbst. Ja, könnte
es nicht sein, dass gewisse Illusion immer die Illusionen eines
anderen sind, und niemals die eigenen? Und sind diese Illusionen,
nicht vielleicht die wesentlichsten unserer Kultur?"
Neue Züricher: "Ausgehend von Octave Mannonis Unterscheidung von «croyance» und «foi»,
untersucht Pfaller zunächst jene paradoxen Szenarien, wo eine
Einbildung «trotz besserem Wissen» besteht (etwa, dass
es sinnvoll ist, dem streikenden Computer gut zuzureden). Überhaupt
sei unsere ganze Alltagskultur von Glückshoffnungen und Handlungsantrieben
durchsetzt, die sich dem Einbildungsprinzip verdanken. "
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